Pfadfinderinnen gestalten ihre Freizeit sinnvoll.

In unserer Projektmethode werden Mädchen ernst genommen.

Wesentliches Element der praktischen Umsetzung pfadfinderischer Pädagogik ist die Projektmethode.

Während des Projekts (das je nach Altersstufe auch Spielidee, Abenteuer oder Unternehmen heißt) können die Mädchen und jungen Frauen jeder Gruppe und Altersstufe selbst wählen, entscheiden und planen, womit sie sich in der nächsten Zeit beschäftigen wollen.

Ein Projekt führen alle gemeinsam durch, werten es aus, feiern die erfolgreiche Durchführung und dokumentieren (je nach Altersstufe) die Ergebnisse. Entsprechend dem Grundsatz „Look at the girl” sind die Projektthemen kreativ und vielfältig sowie an den Bedürfnissen und Interessen der Mädchen und jungen Frauen orientiert.

Die Leiterin hat die Aufgabe der Begleitung.

Sie ist diejenige, die

  • die einzelnen Projektschritte strukturiert (z.B. bringt sie die Gruppe erstmal zum Planen und unterstützt dabei, konkrete Absprachen zu treffen).
  • auch mal kritisch auf mögliche Hindernisse hinweist.
  • den langen Atem hat, wenn dieser den Mädchen zwischendurch ausgeht.
  • jede Einzelne im Blick hat und sieht, ob sich alle einbringen (können).
  • sich daran freuen kann, wie sehr ihre Gruppe an und mit dem Projekt gewachsen ist.

Wo liegen die großen Chancen der Projektmethode?

Die Projektmethode unterstützt die Ziele der parteilichen Mädchenarbeit insbesondere im Hinblick darauf, dass sie direkt bei den Interessen der Mädchen anknüpft. Im freien Wählen eines Projektthemas lernen die Mädchen und jungen Frauen, dass ihre Entscheidung wichtig ist. In der Umsetzung des Themas über mehrere Gruppenstunden (die Dauer variiert je nach Altersstufe) haben sie die Möglichkeit, ihre Stärken einzusetzen und neue Fähigkeiten zu entwickeln. Sie informieren sich über einen Bereich ihrer Lebenswirklichkeit, treffen Entscheidungen, übernehmen Verantwortung für das Gelingen des Projektes, werten es aus, dokumentieren die Ergebnisse.

Und nicht zuletzt erleben sich die Mädchen als ernst zu nehmende Persönlichkeiten, dann nämlich, wenn die Gruppenleiterin sie ernst nimmt, ihre Wünsche und auch Unlust respektiert und sie im Projektverlauf begleitet und nicht anführt.

Die Projektmethode lässt Mädchen Situationen erleben, in denen sie selbst aktiv sind, in denen sie sich äußern, wenn ihnen etwas nicht passt, wo sie das Geschehen beeinflussen können und wo ihre Grenzen respektiert werden.