Die Jugendbildungsstätte „Baustelle“ der Pfadfinderinnenschaft St. Georg, Diözesanverband Münster

Ein Haus der Kreativität und Gemeinsamkeit

Wichtelwochenende in der Villa Kunterbunt - ein Wochenende für Mädchen von 7-10 Jahren!

So lautet die Ausschreibung für ein Mädchenwochenende der Pfadfinderinnenschaft St. Georg (PSG). Die Mädchen sind eingeladen so lustig, frech und ideenreich wie Pippi Langstrumpf ein Wochenende gemeinsam zu leben, spielen und essen. Einzige Besonderheit, die lange Anreise nach Schweden bleibt ihnen erspart. Für die meisten Mädchen aus den Stämmen im Bistum Münster liegt das Ziel sehr zentral - die Baustelle bei Dülmen.

Nach und nach kommen die Mädchen an. Sie werden von ihren Eltern gebracht oder reisen mit dem Zug an. Schwer beladen mit Taschen, die fast größer sind als sie selbst, als wollten sie für immer einziehen. Die für alle wichtigste Frage: „Wo schlafen wir? Ich möchte oben schlafen! Gibt es nur obere Betten?“

Es ist nicht immer ganz leicht, allen Wünschen gerecht zu werden, aber bei 38 Betten in 11 Zimmern findet sich meistens für alle etwas Passendes.

Nachdem die Zimmer verteilt, die Betten bezogen sind und alles ausgepackt ist, erkunden die Mädchen das Haus, in dem sie nun für zwei Tage wohnen werden. Küche und Speiseraum sind schnell gefunden und auch der Tagesraum wird schnell bevölkert.

„Sind wir hier ganz allein?“ Das ist eine Besonderheit des Hauses, die Gruppe hat immer das ganze Haus für sich.

Die Stärken und Fähigkeiten der einzelnen halfen beim Umbau!

Foto von der PSG Baustelle

Die ehemalige Bauernschaftsschule in Daldrup wurde 1976 von den Pfadfinderinnen übernommen und seitdem Stück für Stück mit viel ehrenamtlichem Engagement zur Bildungsstätte umgebaut. So gab es schon viele Wochenenden, an denen Mitglieder des Verbandes - jede nach ihren Fähigkeiten und Stärken - mitgeholfen haben, ein Stück weiterzubauen. Noch in guter Erinnerung ist bei vielen die Neueindeckung des Daches, die 1983 erforderlich wurde. Weitgehend in Eigenleistung wurde damals das Dach des Hauses saniert. Im Zuge der Neugestaltung der Außenanlagen 1992 wurden mehrere Hundert Heckenpflanzen und Bäume gepflanzt.

Verantwortung übernehmen, eigene Ideen in die Gestaltung einzubringen und umzusetzen sind den Verantwortlichen der „Baustelle“ sehr wichtig. Ziel bei der Gestaltung der „Baustelle“ ist, Raum zu schaffen für vielfältige Aktivitäten, Kreativität, aber auch Besinnung und Entspannung.

Selbstverständlich finden die meisten Angebote der PSG im eigenen Haus statt. So stehen Wochenenden für die Altersstufen auf dem Programm, wo Mädchen und Frauen im Rahmen einer feministisch-parteilichen Mädchenarbeit die Möglichkeit und den Raum erhalten, sich selbst in verschiedensten Rollen und Aufgabenfeldern auszuprobieren, um so ihren individuellen Lebensweg zu entwickeln.

Aber nicht nur Pfadfinderinnen finden in der „Baustelle“ ein Zuhause. Kinder und Jugendliche der unterschiedlichsten Verbände und Gruppen verbringen Wochenenden hier. Schulklassen aller Altersstufen schätzen die „Baustelle“ mit ihren Möglichkeiten der Freizeitgestaltung.

Nicht selten bevölkern im Sommer 35 Fahrräder den Parkplatz, wenn eine Gruppe per Pedes die nähere Umgebung erkundet. Die große Wiese vor dem Haus  wird in einen Fußballplatz verwandelt und selbst Schülerinnen und Schüler der Klasse 9 und 10 entdecken ihre Liebe zur Schaukel und Wippe wieder. Lagerfeuerromantik kommt dann am Abend auf, wenn rund um die Lagerfeuerstelle hinter dem Haus gesungen und gespielt wird.

Fernab von Konsum und Berieselung

Gern genutzt wird die „Baustelle“ für die Durchführung „Tage religiöser Orientierung“ von den Schulen im Bistum Münster. Die Lage innerhalb der Bauerschaft bietet sich für Veranstaltungen dieser Art besonders an. Viele LehrerInnen und ReferentInnen kommen schon seit Jahren zu uns, und die SchülerInnen erfahren immer schon von ihren MitschülerInnen wie es  hier aussieht.

In die Zukunft blickend hoffen wir auf noch viele Jahre „Baustelle“  mit Gästen die weiterbauen, sich wohlfühlen und die Atmosphäre genießen.