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Die 6 Elemente

1. Verantwortung für den eigenen Fortschritt

Verantwortung für den eigenen Fortschritt heißt, dass jede Einzelne in der Gruppe sich bewusst wird, wann und was sie tun und lernen will. Mädchen wird die Eigenverantwortlichkeit für das eigene Handeln und Entscheiden bewusst gemacht.
Die Mädchen werden zu Eigeninitiative ermutigt und bestärkt, mutig zu sein, Neues zu wagen, mit Angst umzugehen und Verantwortung zu übernehmen Ganz wesentlich ist dabei der Gedanke, dass jede ihre Fortschritte mit ihrem eigenen Maßstab misst (und nicht durch den Vergleich mit anderen) und sich über jeden Fortschritt freuen kann, weil ihre Möglichkeiten dadurch größer werden .Es soll deutlich werden, dass Lernen Spaß macht - auch als Kontrapunkt zum schulischen Lernen.

2. Lernen durch Tun/Erfahrung (learning by doing)
Lernen durch Tun/Erfahrung ist der Weg des Lernens, der umfassend ist und Veränderungen möglich macht. Deshalb erhalten Mädchen innerhalb der verschiedenen Gruppenunternehmen einen möglichst weiten Handlungsraum, um durch eigenes Tun und Erleben vielfältige Erfahrungen zu machen. Auf diese Weise lernen Mädchen z. B. sich zu entscheiden, zusammenzuarbeiten, Kopf und Hände zu gebrauchen und auf ihre Gefühle zu achten. Immer wieder werden sie ermutigt, eigene Erfahrungen zu machen, Altes und Gewohntes anzufragen und mutig Neues/Anderes auszuprobieren - auch
Da gesammelte Erfahrungen immer wieder gemeinsam überdacht und ausgewertet werden (Reflexion), lernen Mädchen ihre Erfahrungen bewusster wahrzunehmen und zu hinterfragen. Sie lernen, ihre Erfahrungen als Basis für eigene Entscheidungen zu nutzen.

3. Zusammenleben in vertikalen Kleingruppen
Innerhalb einer Gruppe (entsprechend auch bei Wochenenden, Freizeiten und Zeltlagern) gibt es jeweils mehrere Kleingruppen, die Mädchen verschiedener Jahrgänge umfassen.
Durch das Zusammenleben in vertikalen Kleingruppen wird der individuelle Leistungswettbewerb weitgehend ausgeschlossen. Mädchen können miteinander Erfahrungen der Gleichwertigkeit, der Einzigartigkeit, des Starkseins, der Verlässlichkeit und Solidarität, aber auch des Spaßhabens im gemeinsamen Tun sammeln. Mädchenfreundschaften erfahren eine Aufwertung.

4. Verdeutlichen von Entscheidungssituationen
Die pfadfinderische Pädagogik geht davon aus, dass es wesentlich zum Menschen gehört, sich zu entscheiden. Deshalb werden den Mädchen Entscheidungssituationen angeboten, als solche ins Bewusstsein gebracht und bereits getroffene Entscheidungen reflektiert.
Das Leben in der Gruppe fordert immer wieder zur selbstverantwortlichen Entscheidung heraus. Mädchen werden in ihrer Einzigartigkeit angesprochen und ermutigt, sich bewusst Entscheidungssituationen zu stellen, eigene Bedürfnisse und Interessen zur Entscheidungsfindung zu nutzen und zwischen eigenen und Gruppeninteressen abzuwägen. Sie werden ermutigt, sich über ihre ambivalenten Gefühle in Entscheidungssituationen auszutauschen, um fundierte klare Entscheidungen - als Einzelne und Gruppe - treffen und ausführen zu können.

5. Raum geben zur Entfaltung schöpferischer Fähigkeiten
Die Gruppe ist ein Ort der Entwicklung schöpferischer Fähigkeiten. Sie gibt Raum zu spielerischem Umgang mit verschiedenem Material und mit Strukturen, Ausdrücken von Gefühlen, Gedanken und Empfindungen in Bildern, Klängen, Bewegungen und Gestik, aber auch zur Verwirklichung unkonventioneller Ideen. Es werden vielfältigen Menschen Ausdrucksmöglichkeiten erfahren lassen.
Dieses Element spricht Mädchen ganzheitlich an. Sie können ihre eigene Kreativität, Freude und Lust entdecken und eigene Talente aufspüren. Sie können ein positives Körpergefühl entwickeln, zu sich selbst kommen und zu ihrer eigenen Kraft finden. Mädchen lernen den Umgang mit sich selbst als Kreativität zu begreifen. Sie lernen ihre Rolle neu zu füllen, den eigenen Lebensweg zu formen und einen für sie realistischen Leistungsanspruch zu finden.

6. Aktive Auseinandersetzung mit der Umwelt
Gruppenleben findet nicht losgelöst von den konkreten Lebenssituationen der Mädchen statt, daher sind diese Situationen auch immer Gegenstand der Gruppenarbeit. Die Gruppe bietet den Mädchen Raum, sich über ihre alltäglichen Erfahrungen auszutauschen. Sie hilft ihnen, ein Gespür für ihre Rechte als Mädchen und Frauen in der Gesellschaft zu entwickeln.